F. – W. von Promnitz (D)

Im Jahre 1704 trat der junge Georg P. Telemann seinen Dienst als Hofcapellmeister bei Erdmann III. Graf von Promnitz in Sorau an. Sieben Generationen später läßt der Tastenkünstler Franns-Wilfrid von Promnitz die Werke Telemanns in seinen Konzerten national und international erklingen und schließt somit den Kreis zu dem berühmten Barockkomponisten.

Franns von Promnitz und Georg Philipp Telemann

F. W. von Promnitz und G. P. Telemann

Franns von Promnitz sang als Junge im Dresdner Kreuzchor und erlernte das Klavier- und Orgelspiel. Im Alter von 13 Jahren vertrat er erstmals seinen Orgellehrer Hans Otto (Dom zu Freiberg). Noch vor dem Abitur wurde er Assistent Kurt Masurs und stellvertretender Chorleiter der Dresdner Singakademie sowie des Philharmonischen Chores Dresden. Franns von Promnitz studierte Dirigieren, Klavier, Cello und Komposition. Gleichzeitig ließ er sich in den Fächern Orgel und Gesang ausbilden. Bereits während seines Studiums an der Dresdner Musikhochschule wurde er an die Sächsische Staatsoper berufen und dirigierte dort 23jährig eine Opernvorstellung.
Franns von Promnitz gründete und leitete das Ensemble Dresdner Vocalisten, mit welchem er auf verschiedenen europäischen Festivals und Konzertreihen in Deutschland, Italien, Frankreich, den Niederlanden, Ungarn, Tschechien, sowie in Rumänien konzertierte.
Angeregt durch Kurse bei Prof. Harald Vogel und durch mehrjährige Konzerterfahrungen an den ältesten Orgeln der Niederlande, erfolgte frühzeitig die Hinwendung zur historischen Aufführungspraxis und alten Spielweisen. Als Konzertorganist lebte er mehrere Jahre in den Niederlanden und gastierte an den bedeutendsten Orgeln Europas: St. Pauls Cathedral London, Bavokerk Haarlem, St. Jans Kathedrale s’Hertogenbosch, St. Jacobi Lübeck und an der ältesten Orgel der Welt in der Basilique du Chateau de Valere in Sion (CH.) Gastspiele führten ihn nach Brüssel, Amsterdam, Rom, Budapest und Prag.
Als Präsident der Naumann-Gesellschaft und Begründer der Konzertreihe “Laufen und Lauschen” rekonstruierte er 75 Werke dieses bedeutenden Komponisten der Empfindsamkeit – darunter 7 Opern, das gesamte Clavierwerk, 2 Oratorien, Lieder und Kammermusik – und ließ sie zumeist an historischer Aufführungsstätte, dem empfindsamen Landschaftspark “Seifersdorfer Thal”, erklingen. Dem Werk Naumanns fühlt sich der Künstler besonders verpflichtet. Es liegen mehrere CD-Einspielungen vor.
Franns von Promnitz übertrug die Bachschen Claviergroßwerke auf die Orgel: Im Jahr 2010 – zu J. S. Bachs 325. Geburtstag –  führte er die “Goldberg-Variationen” in 32,5 verschiedenen Konzerten,  vornehmlich auf der Orgel auf. 2011 eröffnete er das renommierte Bach-Festival „Köthener Herbst“ mit einem Orgel-Recital. Seine Fassung „Die Kunst der Fuge in drei Abteilungen in d-moll“ exisitiert seit 2013. Die „Französischen Suiten“ spielte er  2014 im Französischen Dom zu Berlin. Seine CD-Einspielung der „Goldberg-Variationen“ von Johann Sebastian Bach fand ein sehr positives Rezensions-Echo. Der MDR widmete dieser Einspielung ein Feature in der Sendung „Orgelmagazin“. Seit 2013 gestaltet Franns von Promnitz die BachORGELtage auf Hiddensee.

Dem Erhalt und der Sicherung des Stammsitzes der Freiherren von Promnitz an der Elbe, gegenüber der Stadt Riesa, widmet sich der Künstler seit 2008. Der Familiengeschichte setzte er ein Denkmal in seinem Buch: „Die Kinder des Herman von Promnitz“.

Im Jahre 2002 gründete er mit der Sängerin Jana Karin Adam das Ensemble TreCantus, das sich hauptsächlich musikalischen Werken der Gotik und Renaissance widmet. TreCantus konzertierte im Rahmen der Festivals “Mitte Europa” und “Kultursommer Nordhessen”, des “Orgelfestivals Sønderjylland-Schleswig”, des “Internationalen Orgelfestivals Zielona Gora”, des Festivals ”Organo e cimbalo”; sowie in bedeutenden Sakralbauten, wie z. B. dem Kloster Michaelstein, der Kathedrale zu Dresden, der Kostantin-Basilika zu Trier, dem französischen Dom Berlin, dem Altenberger Dom, dem Dom zu Halberstadt, dem Dom zu Verden,  dem Münster Bad Doberan,  dem Kloster Drübeck u.v.a.m.

Konzertreisen führten das Ensemble in die Schweiz, nach Norwegen, Tschechien und Rumänien (Siebenbürgen), wo TreCantus u. a. in der Stadtpfarrkirche Hermannstadt im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres konzertierte.